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17.11.2005

Lernen und Arbeiten verschmelzen zunehmend

Die Arbeitswelt und ihr Umfeld unterliegen derzeit einem rasanten Wandel.

»Die Arbeitswelt und ihr Umfeld unterliegen derzeit einem rasanten Wandel. Im vergangenen Jahrzehnt haben sich die Bedingungen, unter denen die Menschen in Deutschland arbeiten, enorm verändert«, so Dieter Spath, Professor und Leiter des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart. Dieser Wandel sei besonders auf zwei Entwicklungen zurückzuführen: die Globalisierung und eine stetig wachsende Technisierung.

Arbeitsmarkt im Umbruch

Daraus entstehen ganz neue Disziplinen, Dienstleistungen und Produkte. Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien sowie gesellschaftliche Veränderungen tragen zu diesem Wandel bei. Durch diese technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen lösen sich zudem kulturelle Unterschiede allmählich auf.

Das ist bereits in ganz Europa zu beobachten. Dort zeichnen sich zwei Trends für den Wandel der Arbeit in den kommenden Jahren ab. Diese Strömungen werden den Rahmen für alle weiteren Entwicklungen innerhalb der EU stellen.

Bereitschaft für lebenslanges Lernen stärken

"Auf der einen Seite entsteht immer stärker eine wissensbasierte Gesellschaft", erläutert Spath. Die Menschen müssten Wissen und Information als eine Art Ressource verstehen lernen. Technische Innovationen und neue Arbeitssysteme werden die Arbeitnehmer immer wieder zum Lernen und Weiterbilden anhalten. "Auf der anderen Seite wird der demografische Wandel der Gesellschaft ganz eigene Kräfte auf dem Arbeitsmarkt entfalten und ebenfalls Reformen notwendig machen."

Aus diesen Entwicklungen und Trends lässt sich eines mit Bestimmtheit sagen: Lebenslange Weiterbildung wird notwendiger sein als jemals zuvor. Wissen wird sich zum primären Produktionsfaktor in Deutschland entwickeln. Nicht zuletzt deshalb liegen in den wissensintensiven Dienstleistungen erhebliche Wachstumspotenziale. Dafür benötigen die Unternehmen zukünftig mehr hoch qualifizierte Beschäftigte und fast ebenso viele Facharbeiter und Facharbeiterinnen wie heute.

Neue Technologien bieten neue Chancen

Zu den neuen Verfahren und Produktionstechniken zählen die Informations- und Kommunikationstechnologien, die Mikroelektronik, die Nano- wie auch die Biotechnologie und nachhaltige Energietechniken. Das macht ebenfalls neue Qualifikationen erforderlich, die nach einer Ausbildung oder einem Studium erlangt werden müssen.

Die Beschäftigten müssen sich in Zukunft mit den Produktionstechnologien entwickeln. War die Arbeit in der Vergangenheit überwiegend durch starre Strukturen gekennzeichnet, so entstehen nun vielfältige neue Arbeitsformen. "Lernen und Arbeiten verschmelzen mehr und mehr miteinander", unterstrich Spath.

Vermarktung der Produkte weiter fördern

Über die Qualifizierung der einzelnen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hinaus wird die Produktvermarktung für deutsche Unternehmen immer wichtiger. Es gibt zwar viele Produkte, die in Deutschland entdeckt und entwickelt wurden. Die Vermarktung und damit auch den Profit übernehmen aber oft andere Volkswirtschaften.

So wurde beispielsweise das Telefax bereits 1929 in Deutschland erfunden, vermarktet wurde es aber von Japan. Ähnlich der Computer, entwickelt 1941 von Konrad Zuse in Berlin. Er trat seinen Siegeszug von den USA aus an. Weitere Beispiele sind das Videosystem 2000, der elektrische Uhrenantrieb und die CD. Zuletzt entwickelte das Fraunhofer Institut das mp3-Verfahren, das digitale Daten komprimieren kann. "Aber auch hier fehlen innovative Unternehmensaktivitäten", so Spath. Dafür würden qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigt.

Kreativität und Einsatzbereitschaft sind wichtige Ressource

Eine wissens- und serviceorientierte Wirtschaft erfordere neben den Qualifikationen ebenso Erfolgsfaktoren. "Die Beschäftigten sind ein wertvolles Gut und müssen auch so behandelt werden", sagt Spath. Sie müssten in die Innovationsprozesse eingebunden und ihre Fähigkeiten permanent weiterentwickelt werden. Die Unternehmen lernen, dass ein Produktionsstandard für den wirtschaftlichen Erfolg nicht ausreicht. "Die Kreativität und Einsatzbereitschaft ihrer Mitarbeiter ist mindestens ebenso wichtig." In einer sich kontinuierlich wandelnden Arbeitswelt werde der Wettbewerb zunehmend über qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entschieden.

Beschäftigte müssen ihre Karriere gestalten

Diese Entwicklung bedeutet auch für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbst einen Wandel. Sie müssen bereit sein, lebenslang zu lernen und sich weiterzubilden. Durch die Veränderung in der Arbeitswelt - beispielsweise Flexibilisierung, Zunahme von Zeitverträgen und Unsicherheit des Arbeitsplatzes - müssen Beschäftigte lernen, ihre eigene Erwerbskarriere zu gestalten - mehr als bisher. "Es wird eine neue Balance zwischen Leben, Lernen und Arbeiten entstehen", sagte Spath.

Daraus kann ein neuer Zeitgeist in Deutschland entstehen. Innovationen sind das Mittel für Wachstum, Arbeit und Wohlstand. Doch diese Innovationen müssen erforscht, entdeckt und erarbeitet werden und sie müssen von qualifiziertem Personal umgesetzt werden.

Arbeitsnahes Lernen als Wegbereiter für Innovation

In Zukunft wird viel davon abhängen, ob es gelingt, Arbeiten und konsequentes Lernen zu messbaren Produktivitäts- und Qualitätssteigerungen zusammenzuführen. Ein Konzept hierfür ist das so genannte "Just in Time Training". Dabei findet parallel zur Innovation die Entwicklung von passenden Lerninhalten statt. Pünktlich zur Marktreife eines Produkts stehen die Inhalte und das Wissen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung. Mit solchen Weiterbildungsmaßnahmen kann arbeitnahes Lernen als Wegbereiter für Innovation etabliert werden.

Quelle: Bildungslinks

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