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08.11.2005

PISA-Trend setzt sich in der Weiterbildung fort

KAW: Herkunft darf nicht über Bildungserfolg entscheiden

Der jetzt vorgelegte PISA-Ländervergleich 2003E zeigt deutlich: Soziale Herkunft und Bildungserfolg hängen in Deutschland eng zusammen. Wer aus sozial schwächeren Schichten kommt, hat schlechtere Aussichten auf eine gute Grundbildung. Ein Trend, der sich auch in der Weiterbildung fortsetzt.

„Es muss uns gelingen, die Bildungsbeteiligung von der sozialen und ethnischen Herkunft zu entkoppeln“, so Hans Ulrich Nordhaus, Vorsitzender der Konzertierten Aktion Weiterbildung. „Wir haben nicht nur ein gravierendes Leistungsproblem, sondern insbesondere ein Gerechtigkeitsproblem. Die Herkunft darf nicht über den Bildungserfolg entscheiden.“

Betroffen sind insbesondere folgende Gruppen:

Schulabbrecher:

10% aller Jugendlichen verlassen in Deutschland Jahr für Jahr die Schule ohne einen Schulabschluss. Jeder fünfte Schulabbrecher ist nicht deutscher Herkunft. Bis zu 15% der 20 - 29-Jährigen haben heute keine Ausbildung, unter ausländischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen liegt der Anteil sogar bei 35%. Bei den Angeboten zur Weiterbildung und der Beteiligung hieran gibt es eine klare soziale Spaltung. Von den Menschen mit niedriger schulischer oder beruflicher Bildung haben im Jahr 2003 nur 28% an Weiterbildung teilgenommen, dagegen liegt der Anteil bei den Hochqualifizierten bei 59%.

Zuwanderer und Ausländer

Unter den großen europäischen Ländern hat die Bundesrepublik den höchsten Anteil ausländischer Bevölkerung. Nur 29% der in Deutschland lebenden Ausländer nimmt an Weiterbildung teil. Dem stehen rund 42% der Deutschen zwischen 19 - 64 Jahren gegenüber.

Ältere

Die Weiterbildungsbeteiligung nimmt mit zunehmendem Alter immer weiter ab. Nur knapp jeder dritte (31%) der 50-64-Jährigen nimmt an Weiterbildung teil, bei den Jüngeren zwischen 19 und 34 ist es im Schnitt fast jeder Zweite (46%).

Kindererziehung als Bildungshemmnis:

Kindererziehung und fehlende Infrastruktur bei der Kinderbetreuung sind nachweisbar ein Hemmnis für die Beteiligung an Weiterbildung. Es gibt einen klaren Zusammenhang: je mehr Kinder, desto weniger Teilhabe an Weiterbildung. Erwerbstätige Frauen beteiligen sich mit 40% dagegen kaum weniger an Weiterbildung als Männer (42%)

Dass Bildungshemmnisse abgebaut werden müssen, sieht auch das Bildungsministerium: „Neben der sozialen Verantwortung verpflichtet uns auch der demografische Wandel in unserem Land dazu, kein Kind auf der Strecke zu lassen“, so heißt es in einem Statement der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, zum PISA-Ländervergleich. Ein Verantwortung, die jedoch keineswegs für die heranwachsende Generation gilt. „Menschen fördern heißt, ihre Kompetenzen und Ressourcen zu aktivieren. Angesichts der demografischen Entwicklung wird es jedoch auch darum gehen, ältere Menschen zu qualifizieren“, führt Nordhaus aus. Die KAW setzt sich mit ihren Mitgliedsverbänden daher für eine Architektur des lebensbegleitenden Lernens ein. Dazu gehört ein durchlässiges Bildungssystem, das ständige Weiterbildung gewährleistet, Bildungsabbrechern eine zweite Chance zum Nachholen von Schulabschlüssen eröffnet und „Bildungsferne“ an Weiterbildung heranführt.

Die Konzertierte Aktion Weiterbildung (KAW) e.V. ist ein unabhängiges Sachverständigengremium für alle Bereiche der Weiterbildung. Sie fungiert - unabhängig und überparteilich – als Ansprechpartner und Impulsgeber für Lebenslanges Lernen und wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Quelle: Bildungslinks

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