JobRotation e.V. JobRotation e.V.
Hier finden Sie Meldungen anderer Organisationen und Einrichtungen. Die Pressemeldungen des Bundesverbandes JobRotation finden Sie rechts unter dem Menüpunkt Pressemeldungen.
13.09.2005

Mehr Chancen für alle

OECD-Bildungsbericht

Im deutschen Bildungswesen zeichnet sich eine Trendwende ab: Es gibt deutlich mehr Studierende in Deutschland. Die Zugangschancen für Kinder aus bildungsfernen Schichten haben sich verbessert. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der OECD, die Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn gemeinsam mit der Präsidentin der Kultusministerkonferenz Johanna Wanka vorstellten.

"Die Bildungschancen sind für alle in Deutschland so groß wie nie", sagte Bundesbildungsministerin Bulmahn am 13. September 2005 in Berlin. Der Bericht bestätige den Reformkurs der Bundesregierung, der entschieden fortgesetzt werden müsse.

Die Studie lobte den Anstieg von Hochschulabsolventenzahlen und die Förderung von Ganztagsschulen, während die öffentlichen Bildungsausgaben als zu niedrig eingeschätzt wurden. Da die Daten aus den Jahren 2002 und 2003 stammen, haben allerdings aktuelle Entwicklungen in Deutschland noch keinen Niederschlag gefunden.

Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben leicht gestiegen

Der Anteil der Ausgaben für Bildung an den öffentlichen Gesamtausgaben ist bis 2003 leicht auf 9,8 Prozent gestiegen, womit Deutschland jedoch unter dem OECD-Mittelwert von 12,9 Prozent liegt. Mit dem 4-Milliarden Euro Programm der Bundesregierung zur Schaffung von Ganztagsschulen und den Mitteln für die Exzellenzinitiative an Hochschulen mit einem Gesamtvolumen von 1,9 Milliarden Euro, die ab dem kommenden Jahr fließen werden, wird sich der Anteil erhöhen. Hinzu kommen die Ausgaben für den Pakt für Innovation und Forschung.

In Deutschland wird weniger für den Grundschul- und Sekundarbereich I ausgegeben als für den Sekundarbereich II (Gymnasien, Fachoberschulen, Berufsfachschulen, duale Ausbildung) und den Tertiärbereich (Hochschulen, Fachschulen).

Verbesserte Chancengleichheit

In der Unterstützung von Schülerinnen und Schülern aus finanzschwachen Familien liegt Deutschland deutlich über dem OECD-Durchschnitt. Bei Studierenden entspricht die Quote dem OECD-Mittelwert, wobei allerdings der Anteil von Mitteln, die später zurückgezahlt werden müssen, in Deutschland erheblich geringer ist als in den anderen Ländern. Dies ist vor allem ein Ergebnis der BAföG-Reform von 2001, deren Auswirkungen sich in der Zukunft noch deutlicher niederschlagen werden.

Der Anteil der Studienanfänger aus Arbeiterfamilien stieg nach jüngsten Studien von 13 auf 17 Prozent. Auch das ist ein Ergebniss der BAföG-Reform. Die Gesamtquote der Studienanfänger lag in Deutschland schon immer weit hinter den anderen OECD-Ländern (Durchschnitt 53 Prozent), nicht zuletzt bedingt durch die Attraktivität und Leistungsfähigkeit des dualen Ausbildungssystems. Aber auch hier hat Deutschland erheblich aufgeholt, von 28 Prozent 1998 auf 38 Prozent im Jahr 2004. Auch die Abschlussquoten steigen.

Die Ministerin warnte davor, diese Erfolge durch die Einführung von Studiengebühren zu gefährden: "Unser Land braucht mehr gut ausgebildete junge Menschen - nicht weniger", sagte sie.

PISA 2003: Deutschland holt auf

Der Bericht greift auch die Ergebnisse der letzten PISA-Studie auf. Hervorgehoben werden die guten Ergebnisse im Bereich des Problemslösens und die Verbesserungen beim quantitativen Denken. Unbefriedigend bleibt allerdings die Abhängigkeit der Leistungsfähigkeit vom sozioökonomischen Status. Deshalb hat die Kultusministerkonferenz erhebliche Reformschritte eingeleitet, um eine differenzierte und individuelle Förderung insbesondere von Kindern und Jugendlichen aus bildungsfernen Familien zu verbessern. So fließen jährlich 12,5 Millionen Euro in die verbesserte Sprachförderung für Kinder aus Migrantenfamilien.

Bildungsbeteiligung der Bevölkerung insgesamt gut

Mit einem Anteil von 83 Prozent der Gesamtbevölkerung, die Abitur oder Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen haben, gehört Deutschland zur Spitzengruppe auf gleichem Niveau wie Japan und Kanada hinter den USA (88 Prozent), Norwegen und der Slowakischen Republik (87 Prozent). Während allerdings der Anteil von Personen mit höherem Bildungsstand in einigen Ländern deutlich ansteigt, stagniert die Quote in Deutschland.

Beschäftigungschancen steigen mit Qualifikation

Deutlich wird in der Studie, dass die Beschäftigungschancen und die Höhe des Einkommens stark vom Bildungsabschluss abhängt. Während die Erwerbstätigenquote von Personen mit Hochschulabschluss bei 83 Prozent liegt, beträgt die Quote von Personen mit einem Abschluss unterhalb der Sekundarstufe II nur 65 Prozent. Hier bestehen allerdings geschlechtsspezifische Unterschiede.

Bulmahn kritisierte, dass 22 Prozent der jungen Menschen keine Ausbildung bekommen. "Das spaltet die Gesellschaft in einem nicht hinnehmbaren Maße", sagte sie. Deutschland habe zwar den richtigen Weg eingeschlagen. Jetzt aber komme es darauf an, so Bulmahn, den Weg entschlossen weiter zu gehen.

Deutsche Hochschulen attraktiv für ausländische Studierende

Deutschland ist unter den OECD Ländern nach den USA und Großbritannien das drittattraktivste Gastland für ausländische Studierende. Jeder zehnte Studierende an einer deutschen Hochschule kommt aus dem Ausland. Hier zeigen die verschiedenen Maßnahmen Wirkung, mit denen die Bundesregierung den Studienstandort Deutschland attraktiver gemacht hat.

Auch deutsche Studentinnen und Studenten studieren zunehmend in einem anderen Land. Mit 2,9 Prozent stellt Deutschland die größte Gruppe hinter Korea und Japan. Grund sind die zahlreichen Austauschprogramme und Harmonisierungsmaßnahmen insbesondere innerhalb der Europäischen Union, die das Ziel haben, den Bologna-Prozess zur Schaffung eines europäischen Hochschulraums bis 2010 umzusetzen.

Der OECD-Bericht "Bildung auf einen Blick"

Die OECD zeigt in ihrem jährlichen Bericht Veränderungen in den verschiedenen Bildungssystemen der Mitgliedsstaaten auf, weist auf neue Entwicklungen hin und gibt Hinweise auf die Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Bildungssysteme. Wie in den Vorjahren werden internationale Vergleichskennzahlen zu Bildungsbeteiligung und zu Investitionen in Bildung nach Bildungsstufen und - bereichen dargestellt.

Ab 2006 wird auf Initiative von Bund und Ländern zudem regelmäßig ein nationaler Bildungsbericht erstellt, der die Entwicklungen in Deutschland detaillierter darstellen wird.

Quelle: Bundesregierung

<- Weitere Nachrichten

nach oben
 
 
 
Termine
 
keine aktuellen
Termine vorhanden
 
 
Volltextsuche

12-12-2018


Home |  Jobrotation |  Bundesverband |  Partner |  Presse |  Kontakt |  Impressum

Copyright (c) 2003 Bundesverband JobRotation e.V.