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30.08.2005

Ein neues Bild vom Alter

Unter dem Titel "Potenziale des Alters in Wirtschaft und Gesellschaft" ist der Fünfte Altenbericht der Bundesregierung vorgestellt worden. Er beschäftigt sich mit der Frage, welchen Beitrag ältere Menschen heute und in Zukunft zum solidarischen Zusammenleben der Generationen leisten können und sollen. Erarbeitet wurde der Bericht von einer elfköpfigen Sachverständigenkommission aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

Die Fähigkeiten und das Erfahrungswissen älterer Menschen werden immer noch zu gering geschätzt, erklärte Bundesministerin Renate Schmidt am 30. August in Berlin. Die "jungen Alten" könnten sich mehr einbringen und wollten dies auch. "Hierfür müssen wir die Voraussetzungen schaffen", so die Ministerin.

Ältere sind Quelle innovativer Erfahrungen

Der Kommissionsvorsitzende, Professor Andreas Kruse von der Universität Heidelberg, prognostizierte, dass die Bevölkerung in Deutschland bis 2100 um rund 50 Prozent schrumpfen werde. Schon bis 2020 werde der Anteil der über 50-jährigen Erwerbspersonen von derzeit 22 auf 34 Prozent steigen. Die Unternehmen seien daher zunehmend auf ältere Arbeitnehmer angewiesen. Zugleich betonte Kruse, dass die Wirtschaft die älteren Beschäftigten wegen ihrer Erfahrung als "Innovationsmotor" ansehen sollten und nicht als "Bremse". Fünf Leitbilder des Berichts

Die Sachverständigenkommission hat in ihrem Altenbericht fünf zentrale Leitbilder zu Grunde gelegt: Mitverantwortung, Alter als Motor für Innovation, lebenslanges Lernen, Nachhaltigkeit und Generationensolidarität sowie Prävention. Gemeint ist hiermit zunächst, die Potenziale älterer Menschen verstärkt zu nutzen - sowohl im Hinblick auf individuelle Lebensführung als auch auf die Möglichkeit, sich in die Gesellschaft einzubringen.

Innovationsmöglichkeiten versprechen sich die Experten vor allem von einer größeren Motivation älterer Bürger im Bereich des Arbeitsmarktes und des ehrenamtlichen Engagements. Altersgemischte Teams brächten die besten Arbeitsergebnisse. "Die Unternehmen müssen ihre Jugendzentrierung aufgeben," so Renate Schmidt. Wichtig sei hierbei, keine starren Regelungen für den Austritt aus der Arbeit zu schaffen. Es sei insgesamt mehr Flexibilität gefordert.

Eine zentrale Forderung der Kommission ist, die Bildungsangebote für ältere Menschen zu verbessern. Hierzu gehörten nicht nur Lernmöglichkeiten in der Erwerbs- und Nacherwerbsphase, sondern auch verstärkt betriebliche Weiterbildungen sowie Förderungen durch Zuschüsse und Darlehen. Die erste Ausbildung im Berufsleben sei heutzutage nicht mehr ausreichend, so Prof. Kruse. Lebenslanges Lernen fördere die individuelle Beschäftigungsfähigkeit und stärke den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Angesichts einer Summe von mehr als 300 Milliarden Euro, die Seniorenhaushalte jährlich für den privaten Gebrauch investieren, soll in Zukunft deren Wirtschaftskraft stärker genutzt werden. Die Bundesregierung unterstützt das von der Kommission angeregte Vorhaben. Die Ministerin erklärte, man wolle ein neu zu entwickelndes Qualitätssiegel initiieren, das Ansporn für Unternehmen sein solle, Produkte und Dienstleistungen anzubieten, die sich an den Bedürfnissen der älteren Generation orientierten.

Renate Schmidt zeigte sich zuversichtlich, viele der Handlungsempfehlungen des Altenberichts umsetzen zu können. "Wir brauchen ein neues Bild vom Alter," sagte die Ministerin. Unterstützung erhält sie hierbei durch die ressortübergreifende Initiative der Bundesregierung "Erfahrung ist Zukunft". Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft sollen hierbei die Potenziale älterer Menschen aufgezeigt werden - nsbesondere auch durch die Veröffentlichung von Beispielen guter Praxis in Betrieben.

Quelle: Bundesregierung

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