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21.04.2005

Weiterbildung von der Arbeitsagentur

Viele Jahre lang war die Agentur für Arbeit einer der großen Finanziers für Weiterbildung.

Fort- und Weiterbildung galten lange als eines der wichtigsten Mittel, Arbeitslose wieder in Lohn und Brot zu bringen. Zeitweise wurden bis zu 20 Milliarden Euro pro Jahr für Arbeitsmarktpolitik ausgegeben.

Zwar gibt die Agentur für Arbeit immer noch Geld für Weiterbildung aus, aber deutlich weniger und mit anderen Schwerpunkten. Umfassende Maßnahmen, die bis zu 24 Monate dauern können, werden sehr selten gefördert. Der Schwerpunkt liegt nun auf maximal dreimonatigen Kurztrainings und Praktika. "Diese Instrumente sind ähnlich gut für den Wiedereinstieg ins Berufsleben geeignet", sagt der Hamburger Arbeitsagentur-Sprecher Böhrnsen. "Die Umschulung ist tot", stellt Wolfgang Prill fest, Alleinvorstand der Stiftung Grone-Schule: "Eine Kursdauer von 24 oder 36 Monaten für die Umschulung gilt als zu teuer und die Integrationsquote als zu niedrig".

Immer weniger Weiterbildung

Und so sank die Zahl der Teilnehmenden binnen eines Jahres in Hamburg um fast 3000 (über 60 %) auf heute noch 1720 – und das, nachdem die Zahl der Teilnehmenden zwischen 2003 und 2004 ebenfalls um fast 25 Prozent abgenommen hatte.

Insgesamt haben sich die Gelder, die die Arbeitsagentur bundesweit in die Förderung von Weiterbildungen und Umschulungen steckt, seit Beginn der Hartz-Reform 2002 mehr als halbiert: Nach 6,7 Mrd. (2002) und 5,2 (2003) flossen im vergangenen Jahr noch rund 3 Milliarden Euro in solche Qualifizierungen. 186.000 Menschen wurden im Laufe des vergangenen Jahres gefördert.

Neue Instrumente

Gleichzeitig steckt die Agentur mehr Geld in andere arbeitsmarktpolitische Instrumente: Die Zahl der Trainingsmaßnahmen stieg um 12 Prozent, viele Existenzgründer wurden per Überbrückungsgeld und Ich-AG unterstützt.
Zudem gibt es nun zwei Gruppen von Arbeitslosen, mit jeweils spezifischen Möglichkeiten und Bedingungen: Alle, die einen Anspruch auf Arbeitslosengeld erworben und noch nicht "verbraucht" haben, gehen weiterhin zur Arbeitsagentur. Alle anderen (Arbeitslosengeld-II-Bezieher) gehören zu den neu gegründeten ARGE, den "Öffentlichen Arbeitsgemeinschaften". Die ARGE nutzen eigene, neue Instrumente wie die "Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung" - besser bekannt als Ein-Euro-Jobs - oder die Lohnsubventionen im Hamburger Modell.

Sorgfältige Vorbereitung ist notwendig

Auch wenn die Arbeitsagenturen deutlich weniger Geld für Weiterbildung ausgeben – es sind immer noch beträchtliche Mittel, die zur Verfügung stehen. Es gibt immer noch die Möglichkeit, mit finanzieller Unterstützung der Arbeitsagentur Qualifikationen zu verbessern, aufzufrischen, neue zu erwerben – und damit die Berufschancen zu verbessern. Einen Rechtsanspruch darauf gibt es nicht.

Der schwierige Weg zum Bildungsgutschein

Der Weg zu einer finanzierten Weiterbildung läuft nur über eine Beratung bei der zuständigen Arbeitsagentur. Es gibt weder einen rechtlichen Anspruch auf Weiterbildung noch muss der Arbeitsberater einem Berechtigten die Erlaubnis geben. Und die Erlaubnis heißt: Bildungsgutschein. Nur mit diesem Papier garantiert die Arbeitsagentur, dass sie die Kosten übernehmen wird.
Es gilt also, den Berater zu überzeugen, dass die gewünschte Weiterbildung direkt in den ersten Arbeitsmarkt führt. Deshalb ist eine gute Vorbereitung des Gesprächs von großer Bedeutung. Die besten Chancen bestehen, wenn "Sie eine konkrete Einstellungsoption haben, deren Voraussetzung der Erwerb bestimmter beruflicher Kenntnisse ist", so die Hamburger Arbeitsagentur in einem Merkblatt zum Bildungsgutschein.

Mysteriöse Bildungszielplanung

Allerdings fördern die örtlichen Arbeitsagenturen nur ganz bestimmte Weiterbildungen bzw. Berufsbereiche – eben diejenigen, wo sie personellen Bedarf vermuten. Herauszubekommen, welche Berufsbereiche das sind, ist nicht einfach. Hinweise gibt die "Bildungszielplanung", die auf der Website der Arbeitsagentur einzusehen ist. Vielfach sind die Angaben dort jedoch lückenhaft.

Den Berater überzeugen

Dann steht der nächste Schritt an: Herauszufinden, welche Anbieter nun die entsprechenden Kurse im Programm haben und ob Träger und Maßnahme überhaupt von der Arbeitsagentur zugelassen sind. In Hamburg ist das relativ einfach: Weiterbildung Hamburg e.V. bietet die Möglichkeit, sich von Montag bis Donnerstag von 13-18 Uhr und am Freitag von 9-12 Uhr beraten zu lassen (keine Anmeldung erforderlich). Auch in der Hamburger Kursdatenbank WISY finden sich Anhaltspunkte. Schließlich gilt es, die Anbieter genau zu Inhalten und beruflichen Perspektiven zu befragen. Denn diese Informationen bilden zusammen mit den eigenen fachlichen und persönlichen Qualifikationen und Voraussetzungen die Basis, um die Arbeitsberater zu überzeugen, warum ein bestimmter Kurs die Jobchancen erheblich verbessert - und einen entsprechenden Bildungsgutschein auszustellen.

Und wem es nicht gelingt, "seinen" Berater zu überzeugen: Es gibt Alternativen - Trainingsmaßnahmen. Sie dauern bis maximal drei Monate. Mit ihnen lässt sich herausfinden, wohin der Berufsweg führen soll.

Viele weitere Informationen finden Sie auf der Seite von
www.weiterbildung-hamburg.com

Quelle: Weiterbildung Hamburg e.V./Jörg Gensel

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