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01.02.2005

Existenzgründungen regional fördern

Regionale Kooperationen sollen Existenzgründungen fördern und unterstützen

Bundesministerinnen Renate Schmidt und Renate Künast laden Expertinnen und Experten zur Konferenz

Die Gründung einer eigenen Existenz ist für immer mehr Menschen eine Perspektive - sei es aus dem Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit oder als Alternative zur Arbeitslosigkeit. Aber im Vergleich zu früheren Jahren hat sich der Trend verändert. Die Gründungen im Haupterwerb nehmen ab, die in Teilzeit nehmen zu. Durch diese Gründungen im Zu- und Nebenerwerb entstehen immer neue Formen von Einkommenskombinationen, wie sie im landwirtschaftlichen Bereich bereits eine lange Tradition haben, aber in den letzten Jahren auch zunehmend für andere Wirtschaftsbereiche feststellbar sind.

Wie Existenzgründungen durch regionale Kooperation und eine stärkere Anpassung der Förderung am tatsächlichen Gründungsgeschehen unterstützt werden können, ist Thema der heutigen Konferenz ''Perspektiven für Land und Leute: Regionale Kooperationen für Existenzgründungen'', die das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft heute gemeinsam in Berlin ausrichten.

Bundesministerin Renate Schmidt erklärte: ''Das traditionelle Bild von der Gründung gewerblich- oder technologieorientierter Unternehmen mit vielen Arbeitsplätzen ist zu einseitig. Existenzgründungen erfolgen heute überwiegend in Teilzeit oder aus der Arbeitslosigkeit heraus. Darum brauchen wir eine Gründungsförderung, die das auch berücksichtigt. Die Gründung einer kleinbetrieblichen Existenz verdient ebenso Respekt, Wertschätzung und Förderung wie eine großbetriebliche Gründung. Das heißt: für diese kleinbetrieblichen Formen der beruflichen Selbstständigkeit brauchen wir eine bessere Kombination von Beratung und Qualifizierung und einen verbesserten Zugang zu Kapital.''

Bundesministerin Renate Künast rief dazu auf, in einen regionalen Wettbewerb um die besten Entwicklungsstrategien einzutreten. ''Der ländliche Raum hat eine Vielfalt von natürlichen Ressourcen. Diese bieten für unsere Wirtschaft ein enormes Potential und vor allem auch unternehmerische Perspektiven für die Frauen. Gerade Frauen haben den Begriff Einkommenskombination für sich 'besetzt'. Sie bringen die guten Produkte vom Land in die Stadt, sie managen den Hofladen, sie erobern Bereiche wie Wellness für ihre Gäste, sie organisieren den Urlaub auf dem Bauernhof und vieles mehr. Zukünftig kommen andere Einkommensquellen, wie die Nachwachsenden Rohstoffe dazu. Für diese Vielfalt brauchen wir einen vernetzten Förderansatz für die Entwicklung ländlicher Räume. Diese Strategie wollen wir durch neue Forschungsprojekte und innovative Förderansätze weiter ausbauen'', so Künast.

Das Statistische Bundesamt hat im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Veränderungen im Gründungsgeschehen durch eine Auswertung der Mikrozensen (1996 bis 2003) dokumentiert. Danach nimmt die Selbstständigkeit in Kombination mit Haus- und Familienarbeit bei Männern zu und bei Frauen ab. Anders dagegen die Selbstständigkeit in Kombination mit abhängiger Beschäftigung: diese nimmt bei Frauen zu und bei Männern ab. Die Zahl der Selbstständigen insgesamt (Haupt-/ Zu- und Nebenerwerb) ist von 3,79 Mio. (1996) auf inzwischen 4,17 Mio. (2003) gestiegen, mit fallender Tendenz im Haupterwerb und einem beschleunigten Anstieg bei den Teilzeitgründungen.

Die aktivierende Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung (SGB III) hat für die Existenzgründung mit dem Überbrückungsgeld und dem Existenzgründungszuschuss zwei wichtige Ansatzpunkte zur Sicherung des Lebensunterhalts und der sozialen Sicherung während der Gründungs- und Aufbauphase zur Verfügung gestellt. Allein die Förderfälle für Existenzgründungszuschüsse stiegen von 2003 auf 2004 (jeweils Januar bis September) um 72 Prozent, was einer Aufstockung der Finanzmittel von 268 Mio. Euro (2003) auf 980 Mio. Euro (2004) entspricht.

Mit der aktuellen Einführung der Grundsicherung für Arbeitssuchende (SGB II) steht seit Anfang 2005 ein weiterer Rahmen für die Existenzgründungsförderung zur Verfügung, der jetzt durch die regionalen Akteure vor Ort ausgefüllt werden muss. Die früheren strikten Durchführungsbestimmungen der Bundesagentur für Arbeit werden inzwischen durch allgemeine Empfehlungen ersetzt, die den Kommunen, Gründungsinitiativen und den regionalen Agenturen mehr Handlungs- und Gestaltungsspielräume bieten.

Bundesministerin Renate Schmidt forderte, die Unterschiede im Wissen und Können von Frauen und Männer bei Existenzgründungen für die regionale Entwicklung zu nutzen: ''Frauen sind heute fast ebenso häufig erwerbstätig wie Männer, aber nur halb so oft selbstständig. Ein leichterer Kapitalzugang für Frauen mit Familienpflichten, für Teilzeitgründungen und für kleinbetriebliche Gründungen hilft, die Ressourcen und Potenziale von Frauen besser auszuschöpfen.'' Um Unternehmerinnen den Start ins Berufsleben zu erleichtern, fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung den Aufbau und die Arbeit einer bundesweiten Gründerinnenagentur (bga). (www.gruenderinnenagentur.de). Ziel ist es, die Gründerinnenagentur zu einer Dienstleistungseinrichtung auszubauen, die Frauen in allen Branchen und allen Phasen der Gründung informiert und unterstützt.

Die Konferenz ''Perspektiven für Land und Leute: Regionale Kooperationen für Existenzgründungen'' findet am heutigen Dienstag in Berlin statt. An der Konferenz mit den Bundesministerinnen Renate Schmidt und Renate Künast nehmen 180 Expertinnen und Experten aus den Bereichen Wirtschaftsförderung, Finanzdienstleistung, Gründungsinitiativen, Regionalentwicklung, Politik und Wirtschaftskammern teil. Im Mittelpunkt stehen die Möglichkeiten regionaler Kooperationen zur Verbesserung des Gründungsklimas und zur Förderung und Unterstützung von Existenzgründungen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.bmfsfj.de und unter www.verbraucherministerium.de.

Quelle: BMFSFJ

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