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04.11.2004

Kompetenzen von MigrantInnen

Potenziale erkennen, Fähigkeiten fördern, Ressourcen nutzen:
- BIBB Forschungsprojekt untersucht spezifische Kompetenzen von Migrantinnen und Migranten -

Jugendliche und Erwachsene mit Migrationshintergrund haben in ihrem lebensgeschichtlichen Zusammenhang „nebenbei“ besondere Qualifikationen erworben. Doch nur selten werden Mehrsprachigkeit und die Kenntnis einer anderen Kultur bei der Einstellung von Auszubildenden und Fachkräften als Vorteil gewertet. Statt muttersprachliche Kompetenzen und interkulturelle Fähigkeiten z.B. in Arbeitsfeldern mit internationalem Bezug, bei der Beratung ausländischer Kunden oder auch bei der Gewinnung neuer Geschäftsfelder zu nutzen, wird dem Migrationshintergrund der Bewerber/innen in der Regel keine berufliche Bedeutung zugemessen. Er wird eher als Nachteil angesehen. Ein Grund dafür: Bisher fehlen differenzierte Erkenntnisse, über welche spezifischen Kompetenzen Jugendliche und Erwachsene mit ausländischer Herkunft genau verfügen und wie diese Potentiale gezielt und gewinnbringend im Betrieb eingesetzt werden können.

Das im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) durchgeführte Forschungsprojekt „Interkulturelle Kompetenzen junger Fachkräfte mit Migrationshintergrund: Bestimmung und beruflicher Nutzen“ geht daher der Frage nach, ob zum einen Fachkräfte mit Migrationshintergrund ihre vorhandenen interkulturellen Kompetenzen als besondere Qualifikationen erkennen und gezielt anbieten, und wie zum anderen Betriebe diese Qualifikationen für spezielle Arbeitsabläufe nutzen und weiter fördern können. Untersucht werden dafür vier Berufe, in denen insgesamt ca. 15% der Auszubildenden ausländischer Herkunft ausgebildet werden: „Groß- und Außenhandelskaufmann/frau“, „Speditionskaufmann/frau“, „Kaufmann/frau im Einzelhandel“ und „Arzthelfer/in“.

Ziele des Projekts sind u.a.

- die genaue Beschreibung derjenigen interkulturellen Kompetenzen junger Fachkräfte mit Migrationshintergrund, die in ihrer beruflichen Tätigkeit tatsächlich eingesetzt werden,
die Benennung der persönlichen, schulischen und betrieblichen Bedingungen, die die Entwicklung und den beruflichen Einsatz interkultureller Kompetenzen fördern,
- die Ermittlung, ob Betriebe das vorhandene Potential erkennen und ggf. nutzen, unter welchen Arbeitsbedingungen dies geschieht und welche unternehmerischen Ziele damit verbunden sind.

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sollen u.a. Grundlagen liefern für Empfehlungen zur gezielten Förderung der Kompetenzen von Personen mit Migrationshintergrund in der beruflichen Aus- und Weiterbildung sowie für weitere Maßnahmen, die zu einer angemessenen beruflichen Wertschätzung dieser Kompetenzen beitragen können. Einen unmittelbaren Nutzen aus den Projektergebnissen können die von der Initiativstelle berufliche Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten (IBQM) im BIBB wissenschaftlich begleiteten Beruflichen Qualifizierungsnetzwerke für Migrantinnen und Migranten (BQN) ziehen. Diese aus dem Programm „Kompetenzen fördern - Berufliche Qualifizierung von Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf (BQF-Programm)“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geförderten lokalen und regionalen BQNs kümmern sich im zentralen Handlungsfeld „Übergang Schule - Ausbildung - Beruf“ um die Förderung und Anerkennung von sprachlichen und kulturellen Kompetenzen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

Quelle: BIBB

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