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22.07.2004

Wer finanziert die Berufsbildung in Deutschland?

BIBB berechnet Beitrag der öffentlichen Hand zur Finanzierung beruflicher Bildung

Mit dem Rückgang des betrieblichen Ausbildungsplatzangebots sind die Ausgaben der öffentlichen Hand (Bund, Länder, Bundesagentur für Arbeit) zur Finanzierung der beruflichen Aus- und Weiterbildung in den letzten zwei Jahrzehnten um ein beträchtliches gestiegen - insgesamt um 143 Prozent. Wurden 1980 noch 4,1 Mrd. € für die Berufsbildung aufgebracht, so betrug die Summe in 2002 bereits knapp 10 Mrd. Die Anteile, die dabei zum einen in die Finanzierung der beruflichen Schulen, zum anderen in die der außerschulischen Berufsausbildung (z.B. zur Förderung zusätzlicher Ausbildungsplätze oder zur Förderung der Ausbildung benachteiligter Jugendlicher) flossen, haben sich in diesem Zeitraum deutlich verschoben: 1980 standen den beruflichen Schulen knapp 85% der Gesamtsumme zur Verfügung, und die Aufwendungen für die außerschulische Berufsausbildung betrugen mit 638 Mio. nur 15,6 %. Bis zum Jahr 2002 stieg die Finanzierung der außerschulischen Berufsausbildung überproportional an: Von den insgesamt 10 Mrd. € gingen 31,8 % in die außerschulische Berufsausbildung (3.167 Mio. €), und der Anteil des beruflichen Schulwesens an den gesamten öffentlichen Ausgaben sank auf 68 %.

Zu diesen Ergebnissen kommt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in einer Untersuchung der öffentlichen Ausgaben zur Berufsbildung im Zeitraum 1980-2002. Die Analyse der vorliegenden finanzstatistischen Daten* ergibt weiter:

Der Anteil der öffentlichen Ausgaben zur Finanzierung außerschulischer Berufsausbildung hat - gemessen an der Ausgabenentwicklung der öffentlichen Hand insgesamt - von 1980 - 2002 mit 397 Prozent überproportional zugenommen. Insbesondere die Bundesanstalt für Arbeit (heute: Bundesagentur für Arbeit) verzeichnete in diesem Zeitraum mit +753 Prozent und der Bund mit +340 Prozent einen überdurchschnittlichen Ausgabenzuwachs.

Der große Ausgabenzuwachs bei der Bundesanstalt bzw. Bundesagentur für Arbeit floss vor allem in die Förderung der Berufsausbildung von benachteiligten Jugendlichen: Hier stiegen die Ausgaben von 1,3 Mio. € in 1980 auf 268,6 Mio. € in 1991 (altes Bundesgebiet) auf schließlich 1.076 Mio. € in 2002 (gesamtes Bundesgebiet).

Noch 1980 lagen die Finanzierungsanteile der staatlichen Aufwendungen für die außerschulische Berufsausbildung etwa zu gleichen Teilen bei Bund und Ländern. In den Folgejahren stockte der Bund dagegen die Mittel deutlich auf: In 2002 war der Finanzierungsanteil des Bundes gegenüber den Ländern auf 87 % gestiegen.

Waren in den 80er Jahren die öffentlichen Ausgaben im Verhältnis zu den Ausbildungskosten der Unternehmen eher gesunken, so veränderte sich dieses Verhältnis in den 90er Jahren deutlich und verschob die Ausbildungslasten hin zur öffentliche Hand.

Die gesamten Untersuchungsergebnisse sind dokumentiert in der vom BIBB herausgegebenen Veröffentlichung „Der Beitrag der öffentlichen Hand zur Finanzierung beruflicher Bildung“. Die Broschüre gibt aus unterschiedlichen Perspektiven einen Überblick über Entwicklung, Umfang und Struktur der öffentlichen Aufwendungen für die berufliche Bildung. Zum einen wird dabei der Frage nachgegangen, wie sich die Ausbildungslasten zwischen öffentlicher Hand und Unternehmen seit den 80er Jahren bis heute verschoben haben. Zum anderen wird eine Gesamtübersicht gegeben zu Umfang, Struktur und Entwicklung der öffentlichen Ausgaben für die berufliche Aus- und Weiterbildung in den Jahren 1997 bis 2003.

Die Veröffentlichung von Klaus Berger, „Der Beitrag der öffentlichen Hand zur Finanzierung beruflicher Bildung“ ist zum Preis von 9,90 € zu beziehen beim W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG, Postfach 10 06 33, 33506 Bielefeld, Tel. 0521/911 01-11, Fax: 0521/911 01-19, Email: service@wbv.de

Weitere Informationen zu unterschiedlichen Aspekten der Finanzierung beruflicher Bildung finden Sie auf der Internetseite des BIBB unter www.bibb.de/de/wslk8219.htm

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung

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