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15.07.2004

Aktionstag „Migranten bilden aus“

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn wirbt bei ausländischen Unternehmensinhabern um neue Lehrstellen.

Anlässlich des Aktionstages „Migranten bilden aus“ am Dienstag in Köln begrüßte sie die Initiative des Präsidenten der Türkisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer, Kemal Sahin, für 1.000 neue Ausbildungsplätze in türkischen Unternehmen. „Das herausragende Engagement zeigt die große Offenheit der Betriebe für die Ausbildung der jungen Generation.“ Sie werde die bestehenden rund 35 regionalen Projekte bei der Werbung für mehr Ausbildungsplätze in ausländischen Unternehmen unterstützen und weitere anregen.

Die Ministerin verwies auf das wichtige und wachsende wirtschaftliche Potenzial der ausländischen Firmeninhaber. Ihre Zahl habe sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt. Derzeit beschäftigten sie schon rund eine Million Mitarbeiter in über 90 Branchen, darunter viele mit hohem Wachstums- und Innovationspotenzial. „Dieses große Potenzial muss auch für die berufliche Ausbildung genutzt werden“, sagte Bulmahn.

Besonders für die auf dem Ausbildungsmarkt benachteiligten Jugendlichen ausländischer Herkunft gebe es hier zusätzliche Chancen durch ihre besonderen sprachlichen und kulturellen Kenntnisse. Ihre Ausbildungsquote sei im Jahr 2002/2003 besorgniserregend auf nur noch 34 Prozent (Deutsche 64 Prozent) gesunken. Im Jahr 1994 hatte ihre Ausbildungsbeteiligung nach Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft noch bei 44 Prozent (Deutsche 70 Prozent) gelegen. Bulmahn betonte, dass die mangelnde Ausbildung junger Migranten oft direkt in die Arbeitslosigkeit führe. „Deutschland kann sich ein solches gesellschaftliches Pulverfass und die Vergeudung des wichtigsten Kapitals – seine Jugendlichen als künftiges Fachkräftepotenzial – nicht weiter leisten“, sagte Bulmahn.

In dem zwischen Bundesregierung und Wirtschaft vereinbarten Ausbildungspakt und in der diesjährigen Ausbildungsoffensive der Bundesregierung liege daher ein klarer Schwerpunkt auf der Mobilisierung von Unternehmen mit Inhabern ausländischer Herkunft für die Ausbildung. Bulmahn nannte als erfolgreiches Beispiel die Koordinierungsstelle KAUSA, mit der das Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag ein bundesweites Netzwerk aufgebaut habe, das Potenziale für neue, zusätzliche Ausbildungsplätze in Unternehmen mit Inhabern ausländischer Herkunft erschließe.

Gleichzeitig sollen Jugendliche mit Migrationshintergrund besonders unterstützt werden. Dazu gehöre unter anderem die Förderung spezifischer und mehrsprachiger Informationen und Medienarbeit zur Ausbildung für ausländische Unternehmer und Migranten. Außerdem sollen die erfolgreich arbeitenden Ausbildungsplatzentwickler für die gezielte Ansprache ausländischer Unternehmer geschult werden. Daneben würden ausländische Unternehmen als Priorität in bestehende Förderprogramme zur Gewinnung von Ausbildungsplätzen aufgenommen. Zudem werde in diesem Jahr ein neues effizientes Berufsvorbereitungskonzepts für benachteiligte Jugendliche bundesweit eingeführt.

Nach den Daten des Berufsbildungsberichts 2003 gibt es in Deutschland rund 280.000 Selbstständige ausländischer Herkunft. Nach einer Studie der Deutschen Ausgleichsbank aus dem Jahr 2003 besteht bei den Migranten eine wachsende Neigung zur Existenzgründung. Von 1992 bis 2001 stieg ihre Zahl um 23 Prozent (deutsche Existenzgründer plus 17 Prozent).

Quelle: BMBF-Pressemitteilung

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