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06.07.2004

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Juni 2004

- Rückgang der Zahl der Arbeitslosen aus jahreszeitlichen Gründen

- Saisonbereinigte Arbeitslosenzahl nimmt nicht mehr zu
- Lage am Ausbildungsstellenmarkt nach wie vor angespannter als im Vorjahr

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juni im Zuge der Frühjahrsbelebung gesunken. Saisonbereinigt hat sie sich nicht mehr erhöht. Die Erwerbstätigkeit ist im April – ebenfalls von jahreszeitlichen Einflüssen bereinigt – weiter zurückgegangen. „Noch ist die konjunkturelle Belebung nicht stark genug, damit die Betriebe in der Summe wieder mehr Personal einstellen. Der Einsatz der Arbeitsmarktpolitik wirkt einem Anstieg der Arbeitslosigkeit entgegen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Frank-J. Weise.

Arbeitslosenzahl im Juni: -59.700 auf 4.233.400
Arbeitslosenquote im Juni: -0,1 Prozentpunkte auf 10,2 Prozent
EU-standardisierte Erwerbslosenquote im Juni: unverändert 9,8 Prozent

Die Erwerbstätigkeit hat im April nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Zuge der Frühjahrsbelebung um 189.000 auf 37,97 Millionen zugenommen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 169.000 Erwerbstätige weniger (März: 151.000). Saisonbereinigt nahm die Erwerbstätigkeit um 28.000 ab, nach monatsdurchschnittlich 25.000 im ersten Quartal.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juni um 59.700 auf 4.233.400 zurück gegangen. In Westdeutschland verringerte sie sich um 40.800 auf 2.668.900, in Ostdeutschland um 19.000 auf 1.564.500. Im Vergleich zum Vorjahr gab es bundesweit 25.300 Arbeitslose weniger (Westen: +5.000; Osten: 30.300). Unter Berücksichtigung der Rechtsänderung bei der Zählung der Arbeitslosen auch für das Vorjahr ergibt sich ein Anstieg von 61.900 (Westen: +65.300; Osten: 3.400; vgl. Hintergrund-Presseinformation Nr. 22 vom 5.2.2004). Die Arbeitslosenquote auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug in Deutschland gegenüber dem Vorjahr unverändert 10,2 Prozent (Westen: 8,1 Prozent; Osten: 18,1 Prozent).

Saisonbereinigt blieb die Arbeitslosigkeit praktisch unverändert ( 1.000), nachdem sie im Mai um 7.000 und im April um 21.000 zugenommen hatte. Der zuletzt stärkere Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente hat hier geholfen. Für entlastende Effekte sorgten insbesondere die anhaltende Zunahme bei Existenzgründungszuschuss und Überbrückungsgeld sowie Anstiege bei Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und Trainingsmaßnahmen. In Westdeutschland ging die Arbeitslosigkeit im Juni um 6.000 zurück, in Ostdeutschland stieg sie um 5.000. Für die Zunahme in Ostdeutschland könnte eine Rolle gespielt haben, dass die Ferien in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern dieses Jahr eine Woche früher begonnen haben.

Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote betrug im Juni 10,5 Prozent; die EU-standardisierte Erwerbslosenquote 9,8 Prozent.

Die Lage am Ausbildungsstellenmarkt bleibt schlechter als vor einem Jahr. Die Zahl der seit Oktober 2003 gemeldeten Ausbildungsstellen lag mit 430.500 weiterhin unter der Vorjahressumme ( 24.400). Der Rückgang beruht zum weitaus größten Teil auf betrieblichen Stellen ( 21.600 auf 421.200). Zugleich haben sich mit 647.600 mehr Bewerber bei den Agenturen für Arbeit gemeldet (+15.400). Ende Juni waren 102.300 Ausbildungsplätze noch unbesetzt (gegenüber Vorjahr: 10.800). Als unvermittelt zählten 279.300 Bewerber (+2.400). Infolgedessen war die rechnerische Lücke zwischen unbesetzten Ausbildungsstellen und nicht vermittelten Bewerbern weiterhin deutlich größer als vor einem Jahr. Hier muss der „Nationale Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland“ (Ausbildungspakt) helfen, den Jugendlichen die Möglichkeit für einen erfolgreichen Berufsstart zu eröffnen.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

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