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22.04.2004

Privatpersonen investieren Milliarden in Bildung

BIBB-Studie belegt: Privatpersonen investieren Milliarden in ihre berufliche Weiterbildung

Die Deutschen tun etwas für ihre berufliche Weiterbildung - und lassen sich ihre Qualifizierung etwas kosten: Im Jahr 2002 wurden ca. 13,9 Mrd. € von insgesamt 27,8 Mio. Personen in Deutschland für die eigene berufliche Weiterbildung aufgewendet. Pro Teilnehmer/in fielen dabei Kosten in durchschnittlicher Höhe von 502 € an. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), bei der 2.000 Teilnehmer/innen an beruflicher Weiterbildung zu den ihnen dabei entstandenen Kosten befragt wurden.

Zentrale Ergebnisse der Untersuchung

Teilnahme an beruflicher Weiterbildung: Im Jahr 2002 nahmen 68 % der deutschsprachigen erwerbsnahen Personen im Alter von 19 bis 64 Jahren an beruflicher Weiterbildung teil. (1)

39 % dieser Personengruppe nahmen an Lehrgängen insbesondere im eigenen Betrieb oder in Weiterbildungseinrichtungen teil, also an „klassischer“ formalisierter Weiterbildung. Über ein Viertel (26 %) besuchte Kongresse, Tagungen oder Fachmessen, um sich beruflich weiterzubilden. 23 % der erwerbsnahen Personen bildeten sich in selbstorganisierten Lernprozessen weiter, vor allem über Lehrbücher oder Fachliteratur, aber auch computerunterstützt mit Lernsoftware oder über das Internet. 17 % nahmen arbeitsnahe Lernformen wahr, insbesondere organisierte Einarbeitung bzw. Unterweisung am Arbeitsplatz oder betriebliche Qualifikationsförderung. Viele Personen nahmen an mehreren unterschiedlichen Weiterbildungen teil. Im Durchschnitt waren es 1,4 Weiterbildungen pro Person. 32 % der erwerbsnahen Personen bildeten sich nicht beruflich weiter.

Struktur der individuellen Weiterbildungskosten: Die durchschnittlichen Kosten von 502 € pro Teilnehmer/in setzen sich wie folgt zusammen:

An direkten Kosten fallen im Durchschnitt 375 € an.(2) Hierzu zählen: Teilnahmegebühren 116 €, Kosten für computergestütztes Lernen 67 €, Kosten für klassische Lern- und Arbeitsmittel 57 €, Fahrtkosten 75 €, Kosten für auswärtige Unterkunft 28 € und für auswärtige Mahlzeiten von 19 €. Hinzu kommen sonstige Kosten, z.B. Prüfungsgebühren. Außerdem fallen indirekte Kosten in Höhe von durchschnittlich 127 € an, die sich aus Einkommensverlusten ergeben, (3) z.B. wenn wegen der Weiterbildungsteilnahme unbezahlter Urlaub genommen, die regelmäßige Arbeitszeit reduziert oder die Erwerbstätigkeit zeitweise ganz ausgesetzt werden muss.

Die direkten und indirekten Kosten zusammengenommen drücken die Kostenbelastung der Teilnehmer/innen aus.

Kostenverteilung: Die Kostenbelastung der einzelnen Teilnehmer/innen unterscheidet sich stark:

45 % müssen keinerlei Kosten selbst tragen. Für 14 % liegen die Kosten mit bis zu 99 € relativ niedrig. 28 % haben spürbare Kosten von 100 € bis 999 €. Hohe Kosten von mindestens 1.000 € entstehen 13 % der Teilnehmer/innen, wobei 2 % auf extrem hohe Kosten von 5.000 € und mehr kommen.

Zeitaufwand für berufliche Weiterbildung: Auf 138 Weiterbildungsstunden pro Jahr kommen die Teilnehmer/innen im Durchschnitt. Dabei fällt über die Hälfte der Stunden (74 Std.) nicht in betriebliche Arbeitszeiten, sondern in die Freizeit. (4) Hinzu kommen weitere 59 Freizeitstunden, die auf unbezahlte Überstunden wegen der Weiterbildung, vorherige Information, Vor- und Nachbereitung sowie Fahrtzeiten entfallen. Insgesamt beträgt damit der Freizeitverlust wegen beruflicher Weiterbildung 133 Stunden pro Teilnehmer und Jahr. (5)

Weitere Ergebnisse zu den individuellen Weiterbildungskosten werden vorgestellt in dem Aufsatz von Ursula Beicht, Elisabeth M. Krekel, Günter Walden: „Berufliche Weiterbildung – welche Kosten tragen die Teilnehmer?“ in Heft 2/2004 der Zeitschrift „Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis (BWP)“.

Die Befragungsergebnisse zur Beteiligung an der beruflichen Weiterbildung sind Thema des Aufsatzes von Ursula Beicht, Stefan Schiel, Dieter Timmermann: „Berufliche Weiterbildung – wie unterscheiden sich Teilnehmer und Nicht-Teilnehmer?“ in Heft 1/2004 der BWP.



(1) Einbezogen sind dabei erwerbstätige, arbeitslose, arbeitssuchende sowie demnächst eine Erwerbstätigkeit planende Personen. (2) Kostenerstattungen, die die Teilnehmer/-innen in Anspruch nehmen konnten, sind bei den genannten Beträgen bereits abgezogen. (3) Mögliche Refinanzierungen sind hier bereits berücksichtigt. (4) Ein vom Betrieb ggf. gewährter Zeitausgleich ist dabei bereits berücksichtigt. (5) Die investierten Freizeitstunden sind zwar ebenfalls als indirekte Weiterbildungskosten anzusehen, wurden in der Studie aber nicht monetär bewertet und nicht den Kosten hinzugerechnet.
Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung

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