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03.03.2004

Europas Ältere

In einem heute veröffentlichten Strategiepapier untersucht die Europäische Kommission die Frage, wie die Europäische Union das Potenzial ihrer älteren Arbeitnehmern besser nutzen kann.

Das Konzept des „aktiven Alterns“ ist ein entscheidendes Element auf dem Weg zum erklärten Ziel der Europäischen Union, bis 2010 mehr und bessere Arbeitsplätze zu schaffen. Es wurden Ziele vereinbart, um die Erwerbsquote älterer Arbeitnehmer zu erhöhen, aber die Fortschritte sind langsam. Die Kommission nennt Vorruhestandsregelungen als besonderen Anlass zur Besorgnis.

„Die älteren Arbeitnehmer in Europa haben viel zu bieten, und wir müssen sicherstellen, dass sie größtmögliche Unterstützung erhalten, um auf dem Arbeitsmarkt bleiben zu können.“ Das sagte Margot Wallström, amtierende Kommissarin für Beschäftigung und Soziales. „Regierungen und Sozialpartner müssen ihrer Aufgabe gerecht werden und sicherstellen, dass wir das Potenzial der älteren Arbeitnehmer optimal nutzen. Die Praxis der Vorruhestandsregelung als Mittel zur Unternehmensumstrukturierung muss ein Ende finden.

Die verstärkte Arbeitsmarktbeteiligung älterer Arbeitnehmer ist wichtig, wenn die EU die geschätzten 15 Millionen Arbeitsplätze schaffen will, die zur Erreichung des Ziels von Lissabon – 70 % Erwerbstätigenquote bis 2010 – notwendig sind. Sie ist auch wesentlich für die künftige Nachhaltigkeit unserer Volkswirtschaften angesichts des erwarteten Rückgangs der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter.

Aktives Altern wurde im Frühjahrsbericht der Kommission als einer der drei prioritären Bereiche genannt, in denen die Europäische Union ihre Anstrengungen konzentrieren muss, um das Ziel von Lissabon zu erreichen. Steigende Lebenserwartung bedeutet, dass Menschen mehr Möglichkeiten haben, ihr Potenzial über eine größere Zeitspanne zu nutzen. Erwerbstätigkeit wird für sie jedoch ein wesentlicher Faktor zum Erhalt des Lebensstandards sein.

Die Gipfel von Stockholm und Barcelona 2001 und 2002 legten Ziele für die Erwerbsquote in der Altersgruppe 55-64 (50 % bis 2010) und für die Anhebung des Renteneintrittsalters um 5 Jahre bis 2010 fest. Die Fortschritte bei diesen Zielen sind jedoch enttäuschend: die derzeitige Erwerbsquote bei älteren Arbeitnehmer liegt bei 40,1 %, das Renteneintrittsalter stieg von 2001 bis 2002 um weniger als ein halbes Jahr.

Wichtigste Aspekte bei der Erwerbstätigkeit älterer Arbeitnehmer sind:

- Vorruhestandsregelungen sind eine kurzsichtige Antwort auf Rezession und Strukturwandel. Sie bringen einen nachhaltigen Verlust an Humankapital und Wachstumspotenzial mit sich, da ein Rückzug vom Arbeitsmarkt nur schwer umkehrbar ist, wenn die wirtschaftlichen Bedingungen sich wieder bessern.

- Es gibt keine Belege dafür, dass ältere Arbeitnehmer nicht in vollem Umfang zum Beschäftigungswachstum in expandierenden Sektoren beitragen können – tatsächlich lag zwischen 1998 und 2002 in den meisten Dienstleistungssektoren das Beschäftigungswachstum bei älteren Arbeitnehmern sogar höher als das in der Hauptaltersgruppe.

Wichtigste Voraussetzungen für eine Steigerung der Erwerbsquote älterer Arbeitnehmer sind:

- angemessene finanzielle Anreize;

- fortgesetzter Zugang zur beruflichen Bildung;

- Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz;

- flexible Formen der Arbeitsorganisation;

- eine wirksame Arbeitsmarktpolitik;

- höhere Qualität der Arbeit.

Die staatliche Politik kann einen Rahmen schaffen, in dem Konzepte des aktiven Alterns ausgearbeitet und umgesetzt werden können, aber den Sozialpartnern – Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern – kommt eine besondere Rolle zu, wenn es um Aspekte wie Abstimmung von Arbeitsentgelt und Produktivität, Arbeitsorganisation und Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, lebenslanges Lernen, Abschaffung von Vorruhestandsregelungen und die Möglichkeiten für ältere Arbeitnehmer geht.

Quelle: Europäische Union IP/04/295

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