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17.03.2004

Sie machen sich fit für den Arbeitsmarkt

Testphase: Im Pinneberger "Café Pino" gibt die BQG fünf Frauen Rüstzeug für einen neuen Lebensweg.

Frischer Kaffee duftet aus der Küche, die Damen mit den weißen Schürzen schmieren leckere Brötchen für die Gäste im "Café Pino". Sie lachen, verstehen sich gut. "Am liebsten", gesteht Kirsten Wulff (37), "würde ich immer hierbleiben". Doch sie weiß, dass das nicht geht.

Die Halstenbekerin ist eine von fünf Frauen, die derzeit über die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (BQG) als Angestellte im "Café Pino" arbeiten. Aber nur für ein Jahr - dann hat sie hoffentlich und mit Hilfe von BQG-Mitarbeiter Matthias Berstecher einen festen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt. Das "Pino", sagt Berstecher scherzhaft, sei so ein Art Durchlauferhitzer vor der rauhen Arbeitswelt.

Das Sozialamt hat Druck gemacht bei Kirsten Wulff, als die Unterbringung der zehn und neun Jahre alten Kinder bis halb eins mittags geregelt war. Dank der verlässlichen Grundschule ist für Betreuung gesorgt. Seit einem Vierteljahr bereitet sich die 37-Jährige, die wie ihre vier Kolleginnen allein erziehende Mutter ist, mit ihrem Halbtagsjob im "Pino" auf das Berufsleben vor. Früher war sie mal in der Papierverarbeitung beschäftigt, aber das ist lange her. Was nach dem "behüteten" Arbeitsverhältnis im "Pino" kommt, wird sich zeigen. "Ich bin offen für jede Arbeit", sagt Kirsten Wulff.

Joyce Kyeremaa aus Ghana (32), allein erziehend mit einem vier Jahre alten Kind, hat mit Erfolg um Asyl nachgesucht, ist seit Mitte Dezember im "Pino". Sie lernt Deutsch dank des BQG-Sprachkurses, die Kolleginnen bescheinigen ihr gute Fortschritte. Was sie nach dem Jahr machen wird, weiß sie ebenfalls noch nicht. Das geht Ludmilla Kogan (41) ähnlich. Die gebürtige Ukrainerin lebt seit zwei Jahren in Deutschland, war in ihrer alten Heimat im Bereich Küchentechnologie tätig. Sie nimmt ebenfalls Sprachunterricht bei der BQG. "Ich bin zufrieden, dass ich hier eine neuen Chance bekomme."

Gelernte Fliesenlegerin ist Tatjana Riewe (39). Sie kam als Aussiedlerin aus der Nähe von Moskau nach Pinneberg, möchte später in der Gastronomie arbeiten. Sie ist ebenfalls allein erziehend, hat drei Kinder im Alter von 16, 14 und sechs Jahren.

Seit zwei Jahren lebt Cornelia Timm-Adam (35) in Scheidung, rutschte aus familiären Gründen, wie sie sagt, schnell in die Sozialhilfe ab. Sie hat drei Kinder im Alter von 17, 13 und drei Jahren. Als für das jüngste Kind ein Betreuungsplatz gefunden war - vormittags Tagesmutter, nachmittags im Ganztagskindergarten - meldete sie sich sofort arbeitssuchend. Das Jahr im "Pino" kommt ihr gerade recht. Doch die Halstenbekerin hat ohnehin nicht die schlechtesten Karten. Sie belegte in den vergangenen Jahren Computer-Kurse, arbeitete auch mal als Bürokauffrau und bildete sich fort. Wo sie mal landet, weiß sie nicht. "Hier lernen wir viel, können Kuchen und Torten machen und liefern für Partys oder Betriebsfeiern kalte Platten."

Vielleicht kommen Cornelia Timm-Adam und ihre Kolleginnen später als Restaurant- oder Servicekraft unter. "Das ist hier mehr als Beschäftigung, die Frauen können ganz viel mitnehmen in den neuen Job", weiß Berstecher. Der BQG-Betreuer versucht, all seinen Kundinnen einen Praktikumsplatz in einer Firma zu vermitteln. Erfahrungsgemäß die beste Gelegenheit, um einen Fuß in die Tür zu bekommen. Die Damen in den weißen Schürzen jedenfalls wollen ihre Chance nutzen. Auch wenn es so nett und kollegial im "Caf´e Pino" zugeht.

Quelle: Hamburger Abendblatt

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