JobRotation e.V. JobRotation e.V.
Hier finden Sie Meldungen anderer Organisationen und Einrichtungen. Die Pressemeldungen des Bundesverbandes JobRotation finden Sie rechts unter dem Menüpunkt Pressemeldungen.
17.03.2004

Ältere werden häufig unterschätzt

Ältere Arbeitnehmer in Deutschland nutzen nur wenig berufliche Weiterbildungskurse. Fachleute bemängeln, dass es zu wenig Angebote für Ältere gibt.

Vorurteile in den Unternehmen behindern nach Ansicht von Experten den Zugang älterer Arbeitnehmer zu beruflicher Weiterbildung. "In den Firmen herrscht das falsche Bild vor, Arbeitnehmer von mehr als 50 Jahren hätten nicht mehr die berufliche Leistungs- und Anpassungsfähigkeit wie jüngere", sagte Andreas Kruse vom Heidelberger Institut für Gerontologie.

Nach einer OECD-Analyse nutzten nur 16 Prozent der 50- bis 54- jährigen und 15 Prozent der 55- bis 59-jährigen Deutschen berufliche Weiterbildungsangebote. Damit liegt Deutschland gemeinsam mit Irland europaweit an letzter Stelle. Im Vergleich: In Finnland und den Niederlanden lagen die Anteile nach der Erhebung für die Jahre 1994 bis 1998 bei 52 und 42 Prozent. Von staatlich geförderter beruflicher Weiterbildung profitieren nach Kruses Worten besonders die 25- bis 50-Jährigen.

Auf der Habenseite verbuchten ältere Arbeitnehmer Vorwissen, Überblick, Querschnittsdenken sowie ein Spektrum an Handlungsstrategien. Einem möglichen Mangel an Anpassungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer könne durch Weiterbildung abgeholfen werden. "Dann verbinden sich Erfahrung und Innovationsfreude."

Dass die Potenziale Älterer künftig stärker genutzt werden, ergibt sich nach Kruses Überzeugung zwangsläufig aus dem demographischen Wandel. Bei einer Erwerbsquote von 38 Prozent in der Gruppe der 55- bis 64-Jährigen in Deutschland klaffe im Vergleich zum Schnitt anderer Industrieländer eine Beschäftigungslücke von rund 1,3 Mio. Arbeitsplätzen.

Der Landesseniorenrat bemängelt das weitgehende Fehlen von Lernangeboten für Ältere. "Sie brauchen eine andere Vermittlung als im schulischen Bereich", sagte die Geschäftsführerin der Organisation, Birgit Faigle. Einzig das Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung (ZAWiW) in Ulm biete Projekte an, die die Erfahrung und das Vorwissen Älterer aufgreifen. Faigle sieht beim Umgang mit dem Internet noch Nachholbedarf, vor allem auf dem Land.

Bei den Absolventen von Kursen zur beruflichen Fortbildung machen die 50- bis 64-Jährigen gut 16 Prozent aus; noch beliebter sind Sprachen (rund 21) und Gesundheit (rund 20).

Quelle: dpa

<- Weitere Nachrichten

nach oben
 
 
 
Termine
 
keine aktuellen
Termine vorhanden
 
 
Volltextsuche

19-12-2018


Home |  Jobrotation |  Bundesverband |  Partner |  Presse |  Kontakt |  Impressum

Copyright (c) 2003 Bundesverband JobRotation e.V.