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19.02.2004

Bundeskabinett: Neue Verordnung zur Statistik

Zusätzliche Daten sorgen für internationale Vergleichbarkeit

Das Bundeskabinett hat heute den Entwurf einer Verordnung über statistische Erhebungen zum Erwerbsstatus der Bevölkerung (Erwerbsstatistikverordnung) beschlossen. Mit der Verordnung werden - parallel zu den monatlichen Arbeitsmarktzahlen der Bundesagentur - zusätzliche Informationen über die Lage am Arbeitsmarkt gewonnen.

Für eine internationale Vergleichbarkeit und eine zeitnahe Beurteilung der Arbeitsmarktentwicklung ist es erforderlich, die Informationen zu Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit - wie sie in anderen EU-Staaten bereits nach dem IAO-Standard erhoben werden - künftig monatlich zu erheben. In Deutschland werden die Daten zum Erwerbsstatus bisher nur einmal jährlich im Rahmen der Haushaltsbefragung (Mikrozensus) erhoben und erst etwa ein Jahr später veröffentlicht.

Die Bundesregierung bereitet derzeit eine Änderung des Mikrozensusgesetzes vor, das die gleichmäßige Erhebung über alle Kalenderwochen des Jahres vorsieht. Bis zum Inkrafttreten dieses Gesetzes wird das Statistische Bundesamt ab Herbst für die Dauer von zwei Jahren monatliche Erhebungen zum Erwerbsstatus nach dem international anerkannten IAO-Standard durchführen. Die Erhebung soll mittels Telefoninterview bei bis zu 35.000 Haushalten erfolgen. Die Telefonnummern werden nach mathematisch statistischen Verfahren ermittelt.

Als erwerbstätig gilt nach IAO-Definition, wer mindestens 15 Jahre alt ist und in der Befragungswoche einer Erwerbstätigkeit nachgeht, aus der er Einkommen erzielt.

Eine EG-Verordnung aus dem Jahr 2000 konkretisiert den Begriff der "Arbeitslosigkeit" darauf aufbauend wie folgt: Arbeitslos ist, wer

- im Alter zwischen 15 und 74 Jahren ist, - in der Befragungswoche ohne Arbeit war, also noch nicht einmal eine Stunde einer abhängigen oder einer selbständigen Beschäftigung nachging, - in den vier Wochen vor der Befragung aktiv nach einer Erwerbstätigkeit gesucht hat und - spätestens zwei Wochen nach der Befragung eine Erwerbstätigkeit aufnehmen kann.

Die Verordnung bedarf noch der Zustimmung des Bundesrates.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit

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