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14.03.2003

Job-Rotation gegen Arbeitslosigkeit

Wirtschaft: Initiative soll Betroffenen die Wiedereingliederung ins Berufsleben erleichtern

Anderthalb Jahre war Herbert Lampert (58) arbeitslos. 2001 musste der Kfz-Meister seinen Betrieb aufgeben. „Aus wirtschaftlichen Gründen.“

Was folgte, war deprimierend: Mehr als 120 Bewerbungen verschickte er, es hagelte Absagen. „In meinem Alter gehörst du zum alten Eisen. Ohne Chance auf eine Festanstellung. Statt wie früher zu arbeiten und herumzuwuseln, saß ich immer öfter zu Hause. Auf dem Abstellgleis.“

Seit Dezember verdient er wieder Geld: im Call Center des ADAC in Groß-Gerau.
Herbert Lampert ist einer der ersten in Südhessen, die von der Initiative Job-Rotation profitieren. Gemeinsam unterstützen das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft (BwHW) in Darmstadt und die Bundesanstalt für Arbeit das Projekt, das Arbeitnehmern Freiräume für die betriebliche Weiterbildung schafft und gleichzeitig Erwerbslose in den Arbeitsmarkt eingliedert.

Für ein halbes Jahr kann der Arbeitgeber feste Mitarbeiter zu Fortbildungen schicken. Die Stellvertreter finanziert das Arbeitsamt. Im Falle von Herbert Lampert heißt das: Der Achtundfünfzigjährige ist einer von fünf Stellvertretern, die für ein halbes Jahr fünf feste Mitarbeiter ersetzen. Lampert übernimmt die telefonische Auftragsannahme, wenn Autofahrer aus dem ganzen Bundesgebiet bei der Pannenhilfe anrufen. Sein Gehalt übernimmt für sechs Monate das Arbeitsamt. Zwei Wochen wurde er in seine neue Tätigkeit eingearbeitet.

Die Motivation ist riesengroß: „Mindestens drei der fünf Stellvertreter werden wir im Sommer fest übernehmen“, sagt die ADAC-Schulungsbeauftragte Anke Majewski. „Vielleicht sogar alle.“

Und noch jemand profitiert von Lamperts Engagement: Christine Baumert, für die er eingesprungen ist. Baumert wird jetzt ein halbes Jahr lang auf ADAC-Kosten zum Fach- und Servicecoach ausgebildet.
Majewski: „Dadurch senken wir mittelfristig unsere Kosten und sichern die Servicequalität.“

„Job-Rotation ist ein Erfolgsmodell“, sagt Karl Wöstmann vom Arbeitsförderungszentrum des Landes Bremen, den das Bildungswerk als Referenten eingeladen hatte. „Wir haben Eingliederungsquoten von 70 Prozent.“
In Bremerhaven ist Job-Rotation seit 1999 Alltag: drei Dutzend Arbeitslose werden jährlich der Erwerbstätigkeit zugeführt.

Auf ähnliche Erfolge hofft Reinhold Stämmler, Leiter der BwHW-Außenstelle Südhessen: „Mit 80 Prozent mittelständischen oder kleineren Betrieben und über 60 000 Beschäftigten ist unsere Region für Job-Rotation prädestiniert.“

Bis zum 31. Mai ist das Projekt des BwHW zunächst befristet, ehe über seine Verlängerung entschieden wird.
Zielvorgabe: mindestens zehn Vermittlungen oder vier Job-Rotation-Betriebe innerhalb eines halben Jahres. Klingt nach wenig, aber, so Stämmler, „wenn wir erst einmal die nötige Infrastruktur aufgebaut haben, werden die Zahlen steigen“.

Gewerkschafter Wolfgang Gruber von der IG Metall in Darmstadt beurteilt das Modell durchaus positiv: „Zum einen erreichen wir auf diesem Weg die Vermittlung von Arbeitslosen, zum anderen erhöhen wir die Qualifizierung von Mitarbeitern. Die Notwendigkeit einer guten Weiterbildung wird bei vielen Firmen völlig unterschätzt.“
Quelle: BVJR

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