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16.12.2007

Frau Ministerin Schavan, so bitte nicht!

Das sagen Gewerkschaften und Arbeitgeber gemeinsam

Verfasst von Klaus Heimann am 15. Dezember 2007 - 19:28.

Nach dem am Donnerstag der Hauptausschuss für Berufsbildung zum Thema Berufsbildungs-PISA Position kritisch Stellung bezogen hat, haben nun auch die Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände in einem gemeinsamen Brief ihre Position markiert. DIHK/ZDH einerseits und DGB/IG Metall andererseits haben Bundesbildungsministerin Annette Schavan folgendes ins Stammbuch geschrieben: „Unser Eindruck ist, dass berechtigte Fragen und kritische Anmerkungen aus Testtheorie und Prüfungspraxis bisher ignoriert werden.“ Das Berufsbildungs-PiSA muss offensichtlich noch einmal auf den Prüfstand. WAP veröffentlicht den Text des Briefs im Wortlaut.

Sehr verehrte Bundesministerin, liebe Frau Dr. Schavan,

im Rahmen des Innovationskreises Berufliche Bildung (IKBB) haben wir uns für die Prüfung einer internationalen Vergleichsstudie in der beruflichen Bildung („Berufsbildungs-Pisa“) ausgesprochen.

Durch einen ergebnisorientierten Vergleich verschiedener europäischer Berufsbildungssysteme könnte der Status dualer Ausbildung auf internationaler Ebene erhöht werden. Voraussetzung sind Testmethoden, die die Vorteile der handlungsorientierten, praxisbezogenen dualen Ausbildung hinreichend berücksichtigen.

Seit unserer Vereinbarung im Juli beobachten wir allerdings, dass die Bundesregierung bestrebt ist, Fakten zu schaffen. Die von allen Mitgliedern des Innovationskreises unterstützte Prüfung des Vorhabens wird vom Bundesbildungsministerium so ausgelegt, dass es nur noch um das „wie“, nicht mehr um das „ob“ geht.

Mit Befremden sehen wir, dass eine Roadmap bis Ende 2011 vorgelegt wird, bevor die entscheidenden Fragen zu diesem anspruchsvollen Vorhaben auch nur ansatzweise beantwortet sind.

Dies betrifft insbesondere die im IKBB angesprochenen Methoden zur Kompetenzmessung. Die dafür vorgesehenen computergestützten Simulationen sind in der beruflichen Bildung ein Novum, so dass jegliche Erfahrungswerte zu Aussagekraft und Vergleichbarkeit fehlen.

Unser Eindruck ist, dass berechtigte Fragen und kritische Anmerkungen aus Testtheorie und Prüfungspraxis bisher ignoriert werden.

Vor Beginn der Vergleichsstudie Berufsbildungs-Pisa sollte daher ein Verfahren der Kompetenzmessung entwickelt und umgesetzt werden, das einen ernsthaften Vergleich unterschiedlicher Wege zur Herstellung umfassender beruflicher Handlungsfähigkeit ermöglicht.

Die Beteiligung der unterschiedlichen Gruppen sowie ein breit geführter Berufsbildungsdialog sind dabei sicherzustellen. Ansonsten wird es schwer werden, bei Ausbildungsbetrieben und Auszubildenden das notwendige Vertrauen in ein solches Instrumentarium zu schaffen.

Wansleben, DHKT
Schleyer, ZDH
Sehrbrock, DGB
Görner, IG Metall

Quelle: WAP - das Bildungsportal der IG Metall

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