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21.08.2006

Keine Zeit für die Schwachen

Analyse von Volker Hielscher Reorganisation der Bundesagentur für Arbeit:„Moderner Dienstleister“ für wen?, in: WSI-Mitteilungen

Die Bundesagentur für Arbeit wird seit Hartz III auf Effizienz getrimmt. Arbeitsabläufe haben sich verbessert, bei der Vermittlungsstrategie aber verschärft sich der Widerspruch zwischen Wirtschaftlichkeit und sozialem Auftrag. Das geht zu Lasten von schwer vermittelbaren Arbeitslosen, so eine Studie.* 90.000 Beschäftigte, 650 Geschäftsstellen, ein Budget von über 50 Milliarden Euro – die Bundesagentur für Arbeit (BA) ist die größte Behörde Deutschlands. In den drei Jahren mit Hartz III haben sich ihre Arbeitsweise und Zielsetzung stark verändert. Das iso-Institut Saarbrücken und die Organisationsberatung Peter Ochs evaluieren den Umbau der BA im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Ein Zwischenbericht, basierend auf 200 Interviews mit Beschäftigten und Führungskräften der Bundesagentur, erlaubt erste Aussagen über den Wandel.

So wird in dieser Studie deutlich: "Die BA konzentriert daher ihre Qualifizierungs- und Vermittlungsangebote auf Arbeitsuchende, die zwar nicht aus eigener Kraft eine Stelle finden, aber noch vergleichsweise leicht zu vermitteln sind. Weit weniger Aufmerksamkeit bekommen die so genannten „Betreuungskunden“ – jene Arbeitslose, die bei der Jobsuche erhebliche Hilfe benötigen. Deren Eingliederung ist kostspielig und damit „nicht rentabel“."

Volker Hielscher vom iso-Institut: „Faktisch werden Betreuungskunden, für die noch im Bericht der Hartz-Kommission die intensivste Unterstützung vorgesehen war, in Nicht-Betreuungskunden verwandelt.“ Ausgerechnet die Problemgruppe sei von „Leistungen der aktiven Arbeitsmarktförderungen weitgehend ausgeschlossen.“ Das Risiko der sich verfestigenden Arbeitslosigkeit steigt.

Auch gegenüber Arbeitgebern haben sich die Prioritäten verschoben. Die Handlungsanweisungen sehen eine Fokussierung auf „potenzialreiche Arbeitgeber“ vor – Unternehmen mit großer Belegschaft oder hoher Fluktuation. Wo viel Personal bewegt wird, kann die Bundesagentur ihre Kandidaten gut ins Spiel bringen. Hier wäre eine Gelegenheit, schwächere Arbeitslose unterzubringen. Da die Vermittler aufgrund der Versicherungslogik jedoch rasch die Kosten der Arbeitslosigkeit reduzieren sollen, haben die am besten qualifizierten Arbeitslosen Vorrang.

Zugleich vernachlässigt die Bundesagentur kleine Betriebe, denen Personalmanagement und Rekrutierungskompetenzen fehlen, so Hielscher. Dabei könnten dort möglicherweise größere Beschäftigungspotenziale erschlossen werden.

Mehr erfahren Sie auf den Seiten MonApoli - Monitor Arbeitsmarktpolitik oder www.boeckler.de

Quelle: MonApoli / Boeckler-Stiftung

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