JobRotation e.V. JobRotation e.V.
Hier finden Sie Meldungen anderer Organisationen und Einrichtungen. Die Pressemeldungen des Bundesverbandes JobRotation finden Sie rechts unter dem Menüpunkt Pressemeldungen.
08.04.2006

WZ Berlin: Zu wenig Weiterbildung

Ralf Mytzek-Zühlke bescheinigt Deutschland in einem Interview der Frankfurter Rundschau Aufholbedarf im europäischen Vergleich

Ralf Mytzek-Zühlke untersucht am Wissenschaftszentrum in Berlin (WZB) betriebliche und berufliche Weiterbildung im europäischen Vergleich.

In der aktuellen Tarifrunde fordert die IG Metall neben fünf Prozent mehr Lohn für die 3,4 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie auch einen Tarifvertrag zur Qualifizierung und Innovation.

Tatsächlich hat Deutschland großen Nachholbedarf in der Weiterbildung - im europäischen Vergleich liegt das Land unterhalb des Durchschnitts, so Mytzek-Zühlke.

Frankfurter Rundschau: Herr Mytzek-Zühlke, wo steht Deutschland bei der beruflichen Weiterbildung im europäischen Vergleich?

Ralf Mytzek-Zühlke: Deutschland nimmt im europäischen Vergleich einen Platz unterhalb des Durchschnitts ein. Ich untersuche die Weiterbildungsaktivitäten von privaten Betrieben in vier europäischen Ländern: in Deutschland, Schweden, Dänemark und Großbritannien. Die Zahlen, auf die ich mich berufe, sind aus der Europäischen Weiterbildungserhebung und seit 2001 bekannt. 32 Prozent der Beschäftigten in deutschen Unternehmen mit zehn und mehr Beschäftigten haben 1999 an Weiterbildungsaktivitäten teilgenommen. In Schweden waren es 61 Prozent, in Dänemark 53 Prozent, selbst in Großbritannien waren es 49 Prozent. Deutschland ist also in diesem Ländervergleich das Schlusslicht.

Können Sie das erklären?

Die Gründe dafür sind vielfältig. Sehr häufig findet man das Argument, die Weiterbildungsaktivitäten seien so gering, weil die Erstausbildung so gut in Deutschland ist. Aus zwei Gründen überzeugt mich das Argument nicht. Erstens kann man sehen, dass Unternehmen, die in der Erstausbildung aktiv sind, auch verstärkt Weiterbildung anbieten. Und zweitens, dass gut ausgebildete Beschäftigte öfter weitergebildet werden als weniger gut ausgebildete.

Was könnte dann eine Rolle spielen?

Besonders der Vergleich mit den nordeuropäischen Ländern zeigt, dass die Kosten für die Weiterbildungskurse in Schweden und Dänemark teilweise geringer sind als in Deutschland. Außerdem arbeiten in Nordeuropa die Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretungen sehr intensiv und produktiv zusammen. In Dänemark beispielsweise gibt es für mehr als ein Drittel der Betriebe Weiterbildungsfonds. Das ist in Deutschland sehr selten der Fall. In Schweden gibt es regionale Weiterbildungsgremien, in denen Vertreter von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Kommunen sitzen, die den Weiterbildungsbedarf ermitteln und mit den Angeboten zusammenbringen.

Den kompletten Artikel können Sie unter Bildungslinks nachlesen.

Quelle: Bildungslinks

<- Weitere Nachrichten

nach oben
 
 
 
Termine
 
keine aktuellen
Termine vorhanden
 
 
Volltextsuche

12-12-2018


Home |  Jobrotation |  Bundesverband |  Partner |  Presse |  Kontakt |  Impressum

Copyright (c) 2003 Bundesverband JobRotation e.V.