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11.02.2006

Das Resultat beharrlicher Arbeit

Im abgelaufenen Bundestagswahlkampf ist – in allen politischen Lagern – Dänemark immer wieder als Modell und als Reformvorbild genannt worden.

Und in der Tat stehen wir gut da mit einer Arbeitslosenquote von unter fünf Prozent und einem positiven Staatshaushalt. Auch die Leistungsbilanz ist positiv und wird uns möglicherweise noch vor Ende dieses Jahres dazu bringen, unsere Auslandsschulden komplett zu tilgen. Und das alles bei der Bewahrung eines Sozialstaatsmodells, das auch heute jedem Bürger ein enges Sicherungsnetz garantiert.

Das dänische Modell besteht aus einem Maßnahmenbündel, das mit großer Beharrlichkeit und stetigen Anpassungen an veränderte Rahmenbedingungen umgesetzt worden ist. Wenn es eine Erfahrung aus dem dänischen Modell gibt, dann jene, dass große Reformen nicht mit einem „großen Wurf“ erzielt werden können. Sie sind das Resultat beharrlicher Arbeit, an der Parteien, gesellschaftliche Interessenverbände, Arbeitgeber und -nehmer mit großer Kompromissbereitschaft teilnehmen.

Die dänischen Arbeitsmarktreformen begannen mit dem energischen Versuch, eine Segmentierung des Arbeitsmarktes zu verhindern. Mit aktiver Arbeitsmarktpolitik, Job-Rotation-Modellen und Beschäftigungsinitiativen für Problemgruppen hat die dänische Politik dafür gesorgt, dass die Arbeitslosen den Kontakt zum ersten Arbeitsmarkt nicht verlieren.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes: Der Übergang in die Rente wurde flexibler gestaltet und flexible Anstellungsverhältnisse wurden ermöglicht. Heute werden von den 2,8 Millionen dänischen Arbeitsplätzen jährlich rund 800 000 neu besetzt. Bei einer niedrigen Arbeitslosigkeit wird dies von den Arbeitnehmern aber nicht als Bedrohung, sondern als Chance zur Weiterentwicklung und Neuorientierung verstanden. In Dänemark ist man stolz darauf, bei der Lösung der Arbeitsmarktprobleme nicht die wichtigen Fragen der Gleichstellung und der Vereinbarkeit von Familie und Arbeit aus dem Auge verloren zu haben. 70 % der dänischen Frauen arbeiten, jedem Kind wird ab dem 9. Monat ein Kinderkrippenplatz garantiert, und wer sich entscheidet, eine Familie zu gründen, wird während der Elternzeit finanziell unterstützt. Nicht selten bezahlen die Arbeitgeber sogar die Differenz zum vollen Gehalt und ermutigen durch solche finanziellen Anreize auch die Väter, einen Teil der Elternzeit wahrzunehmen.

Viele solcher Maßnahmen werden auch in der deutschen Reformdebatte diskutiert – die familienpolitische Dimension wurde ja auch jüngst von Ursula von der Leyen in dieser Zeitung angesprochen. Immer wieder werden diese Ansätze aber mit dem großen Fragezeichen der Finanzierbarkeit versehen. Das war auch in Dänemark der Fall: Noch Mitte der neunziger Jahre sagte eine große deutsche Wirtschaftszeitschrift voraus, dass die dänische Reformpolitik zum Kollaps führen werde. Dies ist ganz offensichtlich nicht der Fall gewesen. Erfahrungen wie diese sollten auch den Reformmut der Bundesregierung bestärken.

Mit freundlicher Genehmigung von Nordkurier.de

Quelle: Nordkurier.de

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