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07.02.2006

Unternehmer fordern Weiterbildungs pauschale

Von Falk Hornuß

Daß ständige Weiterbildung für die Erhaltung der Arbeitskraft in vielen Berufen eine notwendige Vorraussetzung ist, darüber herrscht eigentlich ein breiter gesellschaftlicher Konsens. Zwar wird der Satz „Lernen, lernen, nochmals lernen", was so nicht stimmt, eigentlich Lenin zugeschrieben, aber ernsthaft daran zweifeln wird niemand mehr. In fast allen Berufen ist ein beständiger Lernprozeß mittlerweile Alltag. So empfiehlt auch die Kommunale Gemeinschaftsstelle (KGSt), für die Qualifizierung im kommunalen Bereich mindestens 1,5 Prozent der Personalkosten zu investieren. Nichts spricht dagegen, daß diese Forderungen an die Verwaltung auch für den privatwirtschaftlichen Bereich zweckmäßig sind.

Diese Faustregel ist, wie immer bei solchen Werten für die einen zu viel und für die anderen zu wenig. Zieht man in Betracht, daß wissens- und bildungsintensive Positionen höhere Personalkosten nach sich ziehen, entsteht ein stärkerer Zusammenhang. Die Verankerung eines solchen Wertes in Deutschland steht noch aus. Bemerkenswert ist denn auch, daß es bei unseren niederländischen Nachbarn bereits eine Regelung gibt, die für die Zeitarbeitsbranche bindend ist. Ein Prozent der Bruttolohnsumme muß das jeweilige Leiharbeitsunternehmen in die Fortbildung investieren. Weiterhin finanziert eine Stiftung Weiterbildungsprojekte, die den Arbeitnehmer auf dem externen Arbeitsmarkt besser stellt. Eine weitere Regelung gibt dem Arbeitnehmer ein persönliches Bildungsbudget, welches er nach 78 Wochen im eigenen Ermessen nutzen kann. Sinn der ganzen Angelegenheit ist es, auch im Personaldienstleistungsbereich Bildung sicher zu stellen und die Arbeitnehmer konkurrenzfähig zu machen. Daß dabei auch für die Unternehmen Vorteile entstehen, ist natürlich klar.

Die Tatsache, daß Unternehmen von der Weiterbildung der Mitarbeiter vielfältig profitieren können, hat sich aber noch nicht überall herum gesprochen. Als wegweisend sind daher die Initiativen und Anstrengungen der Unternehmen zu werten, die Weiterbildung der Mitarbeiter forcieren und ein Recht auf Weiterbildung in betrieblichen Vereinbarungen verankern. Hier wurde meist das Recht auf berufliche Qualifizierung in einem Haustarifvertrag verankert. Die Rahmentarifverträge der Branche, wie sie der BZA (Bundesverband Zeitarbeit Personal-Dienstleistungen) und die IGZ (Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen) mit DGB-Gewerkschaften geschlossen haben, gehen diesen Schritt meistens nicht.

Den logischen nächsten Schritt fordert Geschäftsführer Bernd Zmuda von Wirtschaft und Politik: „Wir zeigen allen, daß es möglich ist, mit einem Anrecht auf Weiterbildung zu arbeiten. Wir unterstützen alle Kräfte in Politik und Wirtschaft, die das Anrecht auf Weiterbildung verankern wollen oder eine prozentuale Summe für alle Unternehmen festschreiben." Im Moment erreicht das Berliner Unternehmen von Zmuda bereits fast ein Prozent der Personalkosten, ist also bereits auf niederländischem Standard.

Eine verbindliche Regelung im Bereich betriebliche Weiterbildung für alle Unternehmen einer Branche würde die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sicher stärken und positive Zeichen setzen. Aus der steigenden Leistungsqualität kann dann jedes Unternehmen dann einen Erfolgsfaktor schmieden. Welcher Kapitalist will sich dem verschließen? Doch müssen hier die Interessen der gesamten Gesellschaft abgewogen werden. Aber genau daran hapert es leider.

Zweitveröffentlichung des Originalartikels mit freundlicher Genehmigung der Berliner Umschau.

Quelle: Berliner Umschau

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